Externe Weiterbildung
print

Links und Funktionen

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Spezielle Psychotraumatherapie

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Thomas Ehring

Die LMU München bietet erstmalig ein von der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) anerkanntes Weiterbildungscurriculum in spezieller Psychotraumatherapie (6 Module) für Erwachsene an.

Infoflyer als Download (263 Kbyte)

Anmeldung

Inhalte:

Das Curriculum umfasst 6 Module (insgesamt 132 UE). Die Inhalte orientieren sich an dem aktuellen Stand der Wissenschaft zur Behandlung von Traumafolgestörungen. Am Anfang des Curriculums werden theoretische und empirische Grundlagen zu Traumafolgestörungen, insbesondere der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), vermittelt. Das erste Modul umfasst zudem die Vermittlung von juristischen Aspekten, die in der Therapie mit traumatisierten Patientinnen und Patienten* eine Rolle spielen können sowie eine Auseinandersetzung mit Diagnostik und Differentialdiagnostik.

Im weiteren Verlauf des Curriculums wird die Behandlung von Traumafolgestörungen dargestellt, u.a. Techniken der Ressourcenaktivierung, des Umgangs mit starken Emotionen und der Emotionsregulation, die Behandlung akuter Traumafolgestörungen und Krisenintervention, die Behandlung der non-komplexen PTBS sowie Therapie komplexer Traumafolgestörungen inklusive Dissoziativer Störungen. Der Schwerpunkt wird dabei auf verschiedenen Varianten der Kognitiven Verhaltenstherapie liegen (u.a. Kognitive Therapie nach Ehlers, imaginative Interventionen, DBT-PTSD). Darüber hinaus bekommen die Teilnehmenden jedoch auch einen Einblick in EMDR, das Konzept der schonenden (ressourcenorientierten) Traumatherapie sowie innovative Entwicklungen in der Traumatherapie.

In allen Modulen findet eine praxisnahe Vermittlung der Inhalte statt, in denen Video- und Fallbeispiele, Modellrollenspiele durch die Dozierenden sowie praktische Übungen in Kleingruppen eine zentrale Rolle spielen. Alle Module werden durch Experten in den jeweiligen Themengebieten geleitet. Zudem wird die Ausbildungsgruppe durchgängig durch Prof. Dr. Thomas Ehring begleitet, der in jedem Modul 2 UE zur Verknüpfung der verschiedenen Modulinhalte sowie der Begleitung der Anwendung dieser Inhalte in der eigenen klinischen Praxis anbietet.

Besonderheiten:

  • Durch die universitäre Anbindung Vermittlung wirksamer Methoden nach dem aktuellen „State-of-the-Art“, aber auch Einbezug neuer Entwicklungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse
  • Alle Dozierenden sind ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet
  • Praxisnahe Vermittlung der Inhalte
  • Erwerb des Zertifikats „Spezielle Psychotraumatherapie (DeGPT)“ möglich
  • Durchgängige Begleitung der Ausbildungsgruppe durch Prof. Dr. Thomas Ehring (2 UE in jedem Modul zur fortlaufenden Verknüpfung der Modulinhalte, Reflektion von Praxiserfahrungen und Fallvorstellungen)

Erwerb des Zertifikats:

Für den Erwerb des Zertifikats „Spezielle Psychotraumatherapie“ nach den Richtlinien der DeGPT sind zusätzlich Supervision (20 UE) von sechs abgeschlossenen Fällen sowie ein Abschlusskolloquium notwendig.

Fortbildungspunkte:

Die Fortbildung wird von der PTK Bayern als zertifizierte Fortbildung anerkannt. Es werden 26 Fortbildungspunkte pro Modul beantragt.

Referentinnen, Referenten und Mitwirkende:

Zielgruppe: approbierte bzw. in der Ausbildung fortgeschrittene Psychologische und Ärztliche Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen.

Uhrzeiten:
freitags jeweils 09:00 – 19:45 Uhr (12 UE)
samstags jeweils 09:00 – 18:00 Uhr (10 UE)

Veranstaltungsort: Seminarzentrum LMU München, Leopoldstr. 30, 80802 München

Preis (nach § 4 Nr. 22 UstG von der gesetzlichen Mwst. befreit)
2.400 Euro bei Anmeldung bis zum 13. August 2019 (Frühbucher)
2.550 Euro (regulärer Preis)

10% Rabatt auf den regulären Preis für LMU-Alumni
10% Rabatt auf den regulären Preis für Angestellte des öffentlichen Dienstes, sozialer oder wissenschaftlicher Einrichtungen 

zzgl. Supervision und Abschlusskolloquium

Anmeldung

Modul 1: Theoretische Grundlagen, Diagnostik und Differenzialdiagnostik am 13. und 14. September 2019

Zu Beginn des Weiterbildungscurriculums sollen theoretische Grundlagen und differenzierte diagnostische Kenntnisse vermittelt werden. Neben der Entstehung des Begriffs der Traumafolgestörung und der Historie der Psychotraumatologie werden die speziellen neurobiologischen Gedächtnissprozesse im Zusammenhang mit psychischer Traumatisierung verdeutlicht. Ebenso werden verschiedene Modelle zu Störungsentstehung und die leitliniengerechte Behandlung von Traumafolgestörungen dargestellt. Eine Rechtsanwältin wird relevante juristische Aspekte darstellen.

Schließlich werden diagnostische Grundlagen und Differenzialdiagnostik anhand der Klassifikationssysteme und verschiedener Interviews und Fragebögen auch mittels Übungseinheiten zugänglich gemacht. Das Erlernen psychoedukativer Methoden und die Gestaltung eines professionellen Erstkontakts stellen weitere wichtige Lerninhalte im Umgang mit traumatisierten Patienten dar.

Dozierende: Prof. Dr. Thomas Ehring, Dr. Larissa Wolkenstein, RA Barbara Kaniuka

Modul 2: Techniken zur Ressourcenaktivierung und zur Förderung der Affektregulation am 8. und 9. November 2019

Die Teilnehmenden erlernen Techniken aus der klassischen KVT zur Bearbeitung von Emotionen wie Schuld und Scham, sowie Strategien zur Affektregulation aus der Dialektisch Behavioralen Therapie. Hierbei werden v.a. Skills zur Verhinderung von Problemverhalten, Skills zur Emotionserkennung und zur Abschwächungen von Emotionen sowie Techniken zur Verbesserung der Emotionsakzeptanz und –toleranz behandelt. Es werden darüber hinaus spezifische Techniken zum Umgang mit starkem Ekel dargestellt. Auch Techniken zur Verbesserung interpersoneller Fertigkeiten zur Verbesserung von Abgrenzungsfähigkeit und der Umsetzung sozialer Kompetenzen gehören zu einer Verbesserung der Affektregulation.

Dozierende: Dr. Antje Krüger-Gottschalk, Prof. Dr. Thomas Ehring

Modul 3:

Behandlung akuter Traumafolgestörungen und Krisenintervention am 17. Januar 2020
Selbsterfahrung und Psychohygiene am 18. Januar 2020

Behandlung akuter Traumafolgestörungen und Krisenintervention

Die Akuttraumatisierung soll hinsichtlich möglicher Folgesymptomatik, sowie deren Verlauf und Behandlung dargestellt werden. Dabei spielen verschiedene beraterische und Gesprächsführungstechniken eine wesentliche Rolle, welche differenziert betrachtet und erprobt werden. Die Bedeutung der Unterstützung durch das psychosoziale Umfeld und dessen Einbezug wird berücksichtigt, ebenso wie die speziellen Anforderungen bei Einsätzen vor Ort im Krisenfall, bei Großschadenslagen und Arbeitsunfällen. Weiterhin wird die Evidenzbasis von Debriefingmaßnahmen und dem Einsatz von Konfrontationsverfahren in Bezug auf Akuttraumatisierungen vermittelt.

Dozierende: Dr. Marion Koll-Krüsmann, Prof. Dr. Thomas Ehring,

Selbsterfahrung und Psychohygiene

In dieser Einheit sollen die Teilnehmenden die Möglichkeit erhalten, sich in ihrer persönlichen Rolle in der Arbeit mit traumatisierten Menschen zu reflektieren. Hier werden die eigene Motivation und Vulnerablität sowie sekundäre Traumatisierung und Burnout Thema sein. In diesem Kontext werden Distanzierungs- und Neutralisierungstechniken vermittelt.

Dozent: Dr. Ulrich Goldmann

Modul 4: Konfrontative Bearbeitung von Traumafolgesymptomen (non-komplexe PTBS) Teil 1 am 13. und 14. März 2020

Die traumafokussierte KVT nach Ehlers als Behandlungsverfahren mit hoher Evidenz wird detailliert hinsichtlich ihres empirischen und theoretischen Hintergrunds vermittelt. Die Teilnehmenden lernen insbesondere die folgenden Therapiebausteine kennen: imaginatives Nacherleben, imaginative Strategien zur Aktualisierung der Traumaerinnerung, Imagery Rescripting, kognitive Techniken und Verhaltensexperimente. Weitere Themen sind die individuelle Therapieplanung sowie der Umgang mit Schwierigkeiten in der konfrontativen Bearbeitung und Traumafolgesymptomen.

Dozent: Prof. Dr. Thomas Ehring

Modul 5: Behandlung komplexer Traumafolgestörungen einschließlich Dissoziativer Störungen Teil 1 am 15. und 16. Mai 2020

Aufbauend auf den Techniken aus Modul 2 soll das Vorgehen der DBT-PTBS vermittelt werden. Hierzu gehören folgende Aspekte: Erstellung einer Behandlungsplanung und Behandlungshierarchie unter besonderer Berücksichtigung von Suizidalität, Selbstverletzung, Substanzmissbrauch, Ess-Brech-Anfällen und anderen problematischen Verhaltensweisen; Erarbeitung von Techniken zur Behandlung von dysfunktionalen Verhaltensweisen, Etablierung von Alternativstrategien, Verbesserung der Emotionsregulation und der interpersonellen Fertigkeiten; Psychoedukation und Behandlung von Dissoziation; Erarbeitungen von Voraussetzungen für traumafokussierte Interventionen; Indikation und Kontraindikation für das imaginative Nacherleben; Durchführung des imaginativen Nacherlebens unter Berücksichtigung dissoziativer Symptome.

Darüber hinaus wird auf die Erstellung eines Behandlungsleitfadens für Patient*innen mit hoher Dissoziationsneigung eingegangen.

Dozierende: Dr. Anne Dyer, Prof. Dr. Thomas Ehring

Modul 6: Konfrontative Bearbeitung von Traumafolgesymptomen (non-komplexe PTBS) und Behandlung komplexer Traumafolgestörungen einschließlich Dissoziativer Störungen, jeweils Teil 2 am 10. und 11. Juli 2020

Behandlung komplexer Traumafolgestörungen einschließlich Dissoziativer Störungen Teil 2

Im letzten Modul wird den Teilnehmenden EMDR als weitere evidenzbasierte Vorgehensweise theoretisch und praktisch vermittelt. Dabei werden sowohl die theoretischen, empirischen und praktischen Grundlagen Inhalte sein als auch der spezifische Einsatz von EMDR bei komplexen Traumafolgestörungen, die Integration von EMDR mit schonender (ressourcenorientierter) Behandlung von Traumafolgestörungen und die Besonderheiten in der Behandlung dissoziativer Störungen.

Dozierende: Prof. Dr. Martin Sack, Prof. Dr. Thomas Ehring

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf eine durchgehend geschlechtsneutrale Differenzierung (z.B. „Teilnehmerinnen und Teilnehmer“) verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für beide Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.


Downloads